Bahnhofstrasse - Brand bei Gebhard Ledergerber

12.12.1911 | 19:15 | Brandeinsatz | Alarmstufe: ---
Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1911

Brand bei Gebhard Ledergerber Bahnhofstr. 9

Um 7 ¼ Uhr abends brach im Stadel des Gebhard Ledergerber an der Bahnhofstr. aus unbekannter Weise Feuer aus, welches in kurzer Zeit den Stadel u. das angebaute Wohnhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Beim eintreffen der Feuerwehr stand der ganze Stadel in vollen Flammen u. das Haus selbst war zum größten Teil von Feuer auch schon ergriffen sodaß eine Rettung nicht mehr denkbar war.
Das Feuer, dessen Ausbruch von den Imwohnern nicht gleich bemerkt wurde, fand sofort, anfangs schon reichlich Nahrung an den Futtervorräten u. an den alten Baumaterialien u. ergriff mit rapider Schnelligkeit auf den Dachstuhl u. den oberen Teil des Hauses, sodaß aus diesem gar nichts mehr gerettet werden konnte.
Das Vieh u. einige Bauermannsfarnisse, sowie die Mobilien aus der Parterrewohnung, wurden von dem Eigentümer u. den Nachbarsleuten in Sicherheit gebracht, während sämtliche Futtervorräte u. viele Hauseinrichtungsgegenstände ein Raub der Flammen wurden.

Auf der Ostseite des Anwesens, in nur ein paar Meter Entfernung, stand ein Stickereigebäude, welches vom Feuer sehr stark bedroht war, aber nicht ergriffen wurde, dank der ersten Schlauchleitung welche zwischen Brandobjekt u. Stickereigebäude in Tätigkeit trat u. von wo aus die Lokalisierung des Brandes ihren Anfang nahm.

Ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarshäuser war infolge Windstille nicht zu befürchten u. war um zirka 9 h abends jede Gefahr ausgeschlossen.
Die Abdämpfungsarbeiten mit 2 Schlauchlinien dauerte bis etwas nach 11 Uhr u. die Feuerwehr konnte unter Zurücklassung einer Brandwache um 12 h einrücken.

Wasserbezugsort war der Rheindorfergraben die Kirch- u. die Rheindorferspritze waren bei der Brücke im Grüth aufgestellt von wo aus direkte Schlauchlinien zum Brande geführt wurden.

Die Feuerwehr war in einer Stärke von 85 Mann ausgerückt, welche noch von 22 Mann Zivil unterstützt wurden.
Der Abbrändler war in der Tiroler Assekuranz versichert, erleidet aber trotzdem noch ganz beträchtlichen Schaden.


Auszug aus der Originalabschrift der Chronik von Gebhard Fitz Hauptmann

Am 11.12. Abends ½ 8 Uhr
Brand des Hauses des Gebh Ledergerber Bahnhofstraße Nr. 9

Es wurde durch Hilferufe, Glocken u. Hornsignale alarmirt. Feuer entstand aus unbekanter Ursache im Stadel u. verbreitete sich rasch über das ganze Haus.

Es wurde mit sämtlichen Geräten aufgefahren, die beiden Saugspritzen am Rheindorferkanal auf der Brücke (Grüttstraße) plazirt u. mit 2 Leitungen direckt gearbeitet.
Der Brand war bald lokalisirt doch die Abräumungsarbeiten u. Abdämpfungs Arbeiten dauerten bis ½ 12 Uhr, da zimlich viel Heu u. Streue abzuräumen war.

Um ½ 12 Uhr wurde der Verein nach Ausbezahlung v. 4 Stunden entlaßn, u. eine Wache v.
8 Mann zurückgelaßen.

Gebh. Fitz
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Vorachstrasse - Brand bei Ludwig Völlinger

Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1911 Brand bei Ludwig Völlinger, in der Vorachstr. 21. Um ½ 12 mittags ertönte abermals Feueralarm. Im Hause des Ludwig Völlinger in der Vorachstr. war Feuer ausgebrochen, dessen Ursache bis jetzt unaufgeklärt ist. Um 11.40 h war die große Spritze schon in Tätigkeit u. hatte ihren Aufstellungsort bei der Brücke am Kanal, von wo aus das Brandobjekt in ausgibiger Weise mit Wasser bestrichen wurde, sodaß das Haus teilweise gerettet werden konnte. Sämtliche Mobilien wurden in Sicherheit gebracht u. eine im Haus befindliche Handstickmaschine blieb vom Feuer ebenfalls verschont, erlitt aber durch das auf sie fallende Wasser einigen Schaden. Um 12 h konnte der Brand als lokalisiert betrachtet werden. Die Abdämpfungsarbeiten dauerten bis 1 h u. um ½ 2 h konnte die Feuerwehr, die in einer Stärke von 70 Mann erschienen war, beim Spritzenhause einrücken. Auszug aus der Originalabschrift der Chronik von Gebhard Fitz Hauptmann Brand am 25. Octbr. Vorachstraße Nr. Brand des Hauses Vorachstraße Nr. des Ludwig Völlinger Mechaniker Am Mittwoch den 25. Octbr. Mittags 11 ½ Uhr wobei sehr gut allarmirt wurde. Auch über den Vorgang dieser Löscharbeiten kann ich, weil krankheitshalber nicht dabei, nicht viel sagen. Requisiten waren bei beiden Bränden alle am Platze. Gebh. Fitz Hptm.
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Reichenaustrasse - Brand des Gasthauses zur Walhalla

Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1911 Brand des Gasthauses zur Walhalla an der Schweizerriedstraße Heute Nachmittag 4 Uhr brach im Gasthaus zur Walhalla des Ludwig Hämmerle Feuer aus. Der Besitzer war vom Anwesen abwesend. Die Frau u. einige Gäste saßen in der Gaststube. Das Feuer gelang im Stadel zum Ausbruch, wahrscheinlich infolge des zunahen Aufstellungsortes eines transportablen Waschofens, indem gefeuert wurde u. verbreitete sich mit unheimlicher Schnelligkeit über das ganze Anwesen. Die gerade anwesenden Gäste u. Nachbarsleute retteten zwar den größten Teil der Mobilien u. Wirtschaftgegenstände, das Anwesen selbst brannte vollständig nieder. Als die Feuerwehr in einer Stäke von 45 Mann zirka 4.20 h an der Brandstätte anlangte, wäre ein aufzunehmender Kampf mit dem rasenden Elemente von vorn herein vergebens gewesen. Die wucht der Feuersbrunst war zu groß, die Nahrung infolge der Bauart u. Baumaterialien am Hause überreichlich u. dazu wehte anfangs noch ein Wind, der das Feuer zu rapider Entwicklung trieb. Die Tätigkeit der Feuerwehr richtete sich dann auch nur auf die Abdämpfung des glostenden Trümmerhaufens, welche bis 7 h abends dauerte. Wasserbezugsort war der Rhein u. fand die Spritze auf der Widnauer Brücke ihre Aufstellung. 15 Zivilpersonen unterstützen die Pumpmannschaft. Um ½ 8 h abends waren die Abdämpfungsarbeiten beendigt u. die Feuerwehr konnte einrücken. Auszug aus der Originalabschrift der Chronik von Gebhard Fitz Hauptmann Brand am 23. Octbr. Wallhala Brand des Gasthauses zur Wallhala des Ludwig Hämmerle am 23. Octbr. Montag Nachmittag 4 Uhr wobei die Sturmglocken nur ein Zeichen gaben, dafür aber mit dem Horn allarmirt wurde. Über die Löschaction kann ich nichts sagen, da ich krankheitshalber daran verhindert war. Nur dass das Wasser auf der Widnauerbrücke aus dem Rhein bezogen wurde, u. dass das ganze Objeckt total niederbrante. Gebh. Fitz Hptm. Vorarlberger volksblatt: 25.10.1911 Lustenau, 23. Oktober. (Brand.) Heute nachmittags 4 Uhr brannte die Wirtschaft zur „Walhalla“ (Parzelle Wiesenrain) nieder.
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Schillerstrasse 1 - Brand bei Isidor Hämmerle, zum Adler

Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1911 Brand bei Isidor Hämmerle, zum Adler, Schillerstr.1 Zum 3. male in dieser Woche erscholl zirka ½ 1 Uhr nachts der Schreckensruf „Feuer“! Der große freistehende Stadel des Gastwirtes Herrn Isidor Hämmerle zum Adler stand in Flammen. Das Vieh konnte nur mit größter Mühe gerettet, die Landwirtschaftlichen Geräte, wie Mäh- u. Wendemaschinen, sowie verschiedene Wagen, ebenfalls nur durch äußerste Anstrengung in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen bereits ein sprühendes Flammenherr vor. Das gefräßige Element, daß an den alten Holzteilen u. an den Futtervorräten überreiche Nahrung fand, hatte in rapider Entwicklung schon den ganzen Stadel ergriffen. Die energisch in Angriff genommenen Löschversuche erwiesen sich als vergeblich, das ganze Objekt brannte bis auf die Grundmauern nieder, das Vereinshaus zur Krone und das Gasthaus zum Adler selbst standen in großer Brandgefahr. Die Feuerwehr hatte einen sehr schwierigen Stand, da die Hitzeentwicklung eine sehr große war, trotzdem rückte sie aber dem Feuer tüchtig auf den Leib, unterstützt durch die vortreffliche Leistung der großen Kirchdorfer Spritze, die am Feuerwehrbrunnen in der Gärtnerstraße aufgestellt auch diesesmal wiederum sich gut bewährte u. reichliche Mengen Wasser lieferte. Die Rheindorfer Spritze war am Wassergraben in unmittelbarer Nähe des Brandobjektes in Tätigkeit. Durch volle 6 Stunden wurden die Spritzen in ununterbrochener, tadelloser Arbeit gehalten, welchem Umstand es dank der Aufopferungsvollen Arbeit der Feuerwehrmänner, zuzuschreiben ist, daß die vom Brande gefährdeten Nebengebäude von dem Feuer verschont blieben. Um zirka 3 Uhr war die Hauptgefahr beseitigt u. konnte der Brand als lokalisiert betrachtet werden, dennoch dauerten die Ablöschungs- u. Aufräumungsarbeiten bis 8 Uhr morgens. Das Auseinanderreißen der Heu- u. Streuevorräte nahmen wieder einige Stunden in Anspruch. Über 1000 g. Heu fielen dem Feuer zum Opfer u. erleidet der Abbrändler einen nicht unbedeuteten Schaden, im übrigen ist Hämmerle durch Versicherung gedeckt. Auch das Vereinshaus hatte infolge der ungeheuren Hitze an den Fenstern ziemlichen Schaden erlitten. Brandlegung wird als mutmaßliche Ursache angenommen; es wurde auch eine Verhaftung diesbezüglich gemacht, jedoch mußte der Mann wegen Mangel an Beweisen in einigen Tagen außer Haft gelassen werden. 90 Feuerwehrmann waren unter Hauptmann Fitz ausgerückt, 63 Mann in Zivil halfen pumpen. Herr Isidor Hämmerle, der zur Zeit des Brandes nicht anwesend war, hat in anerkennender Weise dem Feuerwehrverein für die Hilfeleistung den Betrag von Kr. 50.- gespendet, wofür ihm auch an dieser Stelle der herzliche Dank ausgesprochen sei. Die Brände in Lustenau mehren sich in letzter Zeit ganz unheimlich. Auszug aus der Originalabschrift der Chronik von Gebhard Fitz Hauptmann Am Sontag 6. Aug. Früh ½ 1 Uhr Brand des Stadels des Isidor Hämmerle zum Adler Anwesend Mitglieder Schon wieder wurden wir durch Feueralarm aufgeweckt, u. dürfte fast eher Brandlegung als nur Zufall angenommen werden. Wasser wurde vom Feuerlöschbrunnen des Jos. Hagen Schloßbaur in die blaue Spritze, welche vor dem Hause des Joh. Hämmerle Adlerwirts stand, geleitet. Rheindorfer Spritze wurde auf der Brücke zwischen Brandobjekt u. Kegelbahn in Betrieb gesetzt, da der Widumgraben durch Inbetriebsetzung der elect. Pumpe beim Brunnen hinterm Morgen genug Wasser hatte. Später nach Localisirung des Brandes, fuhr mann mit der große Spritze an letzterem Platz, u. arbeitete von dort mit 2 Schlauchleitungen, währendem die Rheindorfer u. blaue Spritze ausgeschalten wurden. Pumpmannschaft aus dem Zivil hatten wir im Gegensatze zu früheren Jahren bei den letzten Bränden in Hülle, ein Zeichen der schlechten Verdienstverhältnisse, so dass wir genötigt sind, dies für die Zukunft zu regeln. Hackenmannschaft kam da nicht in Verwendung, wie bei den letzten 2 Bränden, wo selbe eingreifen mußten. Auch hier dauerten die Abräumungsarbeiten, wegen der Unmasse aufgespeicherten Futters lange Zeit, u. konten erst um 8 Uhr Vormittags nach Notierung von 7 Stunden abtreten laßen. Die Wache übernahmen Obmann Gebh König mit 10 Mann. Löschgeräthe wurden jedes Mal Sofort von unserem Zeugwart Gebh. König wieder in brauchbaren Zustand gesetzt, u. besonderes Augenmerk auf das Schlauchmaterial gerichtet Gebh Fitz Hptm.
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Grindelstrasse - Brand bei Gottfried Hagen "Waibels"

Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1911 Brand bei Gottfried Hagen, Waibels, Grindelstr. Heute nacht ½ 11 Uhr wurde die Einwohner Lustenau´s durch Feuersignale u. durch die schauerlichen Klänge der Sturmglocken zum Zweitenmale in dieser Woche aus dem Schlafe aufgeschreckt. „Im Grindel brennt´s“, so durchtönt es die Nacht. Es brannte das Ökonomieanwesen des Gottfried Hagen an der Grindelstr. Nr. 6 Unheimlich schlugen die Flammen aus dem leicht entzündbaren Brandobjekte u. äscherten in kurzer Zeit das hölzerne Haus samt angebauten großen Stadel u. Scheune nebst den Futtervorräten vollständig ein. Das Feuer scheint im Stadel entstanden zu sein u. verbreitete sich so rasch, daß in weinigen Minuten das ganze Objekt in Flammen stand, die eine unheimliche Hitze verbreiteten. Eine Rettung der Gebäulichkeiten war von vorhinein gänzlich ausgeschlossen u. so beschränkte sich die Tätigkeit der Feuerwehr nicht mehr auf die Erhaltung derselben, sondern nur auf die schnellmöglichste Lokalisierung des Brandes den das dem Brandobjekte gegenüber liegende Haus des Hermann Riedmann Sattlers konnte nur mit der größten Anstrengung u. der regesten Tätigkeit der Feuerwehr gerettet werden. Es war wirklich ein Glück, daß Windstille herrschte, da sonst bei der Trockenheit u. Dürre ein furchbares Unglück entstehen hätte können. Der Besitzer des Hauses, ein 87 jähriger Greis u. eine im Hause wohnende Familie mit mehreren Kindern konnten nur noch ihr nacktes Leben retten. Alles Mobilar, samt Farnißgegenstände usw., sowie ein Schwein fielen dem raschen Elemente zum Opfer. Gottfried Hagen erleidet trotz Versicherungsentschädigung einen beträchtlichen Schaden, sowie auch die dort wohnende Familie durch die Zerstörung ihrer Habseligkeiten. 75 Mann der Feuerwehr waren unter dem Kommando des Hauptmannes Fitz am Brandplatze tätig, die von 137 Mann in Zivil bestens unterstützt wurden u. zwar waren 43 Mann bei der Rheindorfer, 54 bei der Großen, 20 Mann bei der blauen Spritze als Pumpmannschaft u. 20 Mann bei der Hakenmannschaft in Verwendung. Wasserbezugsort war wieder der elektrische Brunnen in der Morgenstraße. Die Kirchdorfer Spritze, als Wassertransporteur lieferte den beiden anderen Spritzen reichlich Wasser; nur einmal trat während den Löscharbeiten eine peinliche, längere Pause in der Wasserlieferung ein, in welcher mit der großen Spritze am Brunnen eine andere Stellung vorgenommen wurde, was für die Zukunft unbedingt vermieden werden muß. Die, „trockene“ Situation bei dem großen Brande war wirklich, wenn sie auch nur ganz kurze Zeit in Anspruch nahm, nicht nur eine peinliche, sondern sogar eine gefährliche u. muß darauf getrachtet werden, daß die Spritzen schon anfangs ihre richtige Aufstellung finden. Der große Feuerschein, den dieser Brand verursachte, veranlaßte das Feuerwehrkommando in Hohenems zur Alarmierung ihrer Feuerwehr die sich auch schnellstens sammelte u. uns zur Hilfeleistung beispringen wollte. Herzlicher Dank für den raschen Entschluß den wackeren Kameraden in Hohenems! Um 2 Uhr früh war die Gefahr für die Nachbarhäuser beseitigt. Die gänzliche Löschung der brennenden Futtervorräte u. die Auseinanderzerrung derselben, sowie der Brandtrümmer, dauerte jedoch bis 7 Uhr morgens, um welche Zeit dann die Feuerwehr einrücken konnte. Bei diesem Brande tat sich auch wieder die Hakenmannschaft, die unter Zivilkomando steht, durch ihre vielen, lärmenden Kommandos-Erteilungen, ganz besonders hervor u. dürfte gerade dieser Brand der Vereinsleitung der Feuerwehr Anlaß geben, hierin so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen, indem die Dirigierung der Hakenmannschaft ebenfalls unter das Feuerwehrkommando gestellt wird. Das zuschauende Puplikum, zum größten Teil „gepaart“, war natürlich auch wieder in großer Anzahl vertreten u. drängte sich so nahe an die Brandstätte heran, daß die Feuerwehrmänner ihren Weg manchmal durch die Menge erst bahnen mußten. Unser Mitglied Josef Riedmann, Havers Büngenstraße 30, verletzte sich bei diesem Brande an einem Finger. Auszug aus der Originalabschrift der Chronik von Gebhard Fitz Hauptmann Am Donnerstag auf Freitag 4. Aug. Nachts ½ 11 Uhr Brand des Hauses Grindelstraße 6 des Josef Hagen Weibels Anwesend Mitglieder Alarm war auch diesmal gut, Sturmglocke wurde jedoch nicht lange gezogen. Feuer verbreitete sich rasch über das ganze Objekt u. war bei etwas Nordwinddruck das Haus des Hermann Riedmann anfangs sehr gefährdet. Es mußte eine Zeit lang infolge des Brandes die ganze Gemeinde Stromlos gemacht werden, u. konnte deshalb die elektrische Pumpe bei oben erwähnten Brunnen nicht in Funktion treten, weshalb der Saugschlauch eingelegt werden mußte, zudem die Transport Schlauchleitung einige ältere mangelhafte Stücke enthielt, u. dadurch während dieser Zeit bei dem beim Brandobjekt stehenden Rheindorfer u. blauen Spritze zweitweise Wassermangel eintrat. Requisiten waren alle am Platze. Auch hier ging ein Schwein zu Grunde. Die Lösch u. Abräumungsarbeiten dauerten, da eine große Menge Heu sich darin befand, bis 6 Uhr früh u. wurden 7 Stunden notirt welche bei der Versammlung am 10 ds ausbezahlt werden sollen. Es wurden 10 Mann Wache unter Obmann König zurück gelaßen, u. der Verein dann nach einigen Worten des Dankes aufgelöst. Vorarlberger Volksblatt: 16.08.1911 Lustenau, 4. Aug. (Brandunglück.) Zum 2. Male in dieser Woche ertönten gestern abends ½ 11 Uhr die Sturmglocken. Es brannte das Oekonomieanwesen des Gottfr. Hagen (Weibels) an der Grindelstraße. Das Feuer scheint im Stadel entstanden zu sein und verbreitete sich so rasch, daß in 2 Minuten das ganze Haus in Flammen stand. Der Besitzer des Hauses, ein 87 jähriger Greis, und eine im Hause wohnende Familie mit mehreren Kindern konnten nur noch ihr nacktes Leben retten. Alles Mobilar, Fahrnisse und ein Schwein fielen dem rasenden Element zum Opfer. Der Besitzer ist nur mittelmäßig versichert. Es war wirklich ein Glück, dass Windstille herrschte, da sonst bei der Trockenheit und dem fast allenthalben herrschenden Wassermangel ein furchtbares Unglück entstehen hätte können. Das Haus des Hermann Riedmann konnte nur mit den größten Anstrengung gerettet werden. Zu gleicher Zeit entstand in einem Hause ganz in der Nähe der Brandstelle ein Zimmerbrand, hervorgerufen durch eine brennenden Kerze. Derselbe konnte glücklicher Weise noch lokalisiert werden