Auszug aus der Original-Abschrift der Chronik für 1911
Brand bei Gebhard Ledergerber Bahnhofstr. 9
Um 7 ¼ Uhr abends brach im Stadel des Gebhard Ledergerber an der Bahnhofstr. aus unbekannter Weise Feuer aus, welches in kurzer Zeit den Stadel u. das angebaute Wohnhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte.
Beim eintreffen der Feuerwehr stand der ganze Stadel in vollen Flammen u. das Haus selbst war zum größten Teil von Feuer auch schon ergriffen sodaß eine Rettung nicht mehr denkbar war.
Das Feuer, dessen Ausbruch von den Imwohnern nicht gleich bemerkt wurde, fand sofort, anfangs schon reichlich Nahrung an den Futtervorräten u. an den alten Baumaterialien u. ergriff mit rapider Schnelligkeit auf den Dachstuhl u. den oberen Teil des Hauses, sodaß aus diesem gar nichts mehr gerettet werden konnte.
Das Vieh u. einige Bauermannsfarnisse, sowie die Mobilien aus der Parterrewohnung, wurden von dem Eigentümer u. den Nachbarsleuten in Sicherheit gebracht, während sämtliche Futtervorräte u. viele Hauseinrichtungsgegenstände ein Raub der Flammen wurden.
Auf der Ostseite des Anwesens, in nur ein paar Meter Entfernung, stand ein Stickereigebäude, welches vom Feuer sehr stark bedroht war, aber nicht ergriffen wurde, dank der ersten Schlauchleitung welche zwischen Brandobjekt u. Stickereigebäude in Tätigkeit trat u. von wo aus die Lokalisierung des Brandes ihren Anfang nahm.
Ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarshäuser war infolge Windstille nicht zu befürchten u. war um zirka 9 h abends jede Gefahr ausgeschlossen.
Die Abdämpfungsarbeiten mit 2 Schlauchlinien dauerte bis etwas nach 11 Uhr u. die Feuerwehr konnte unter Zurücklassung einer Brandwache um 12 h einrücken.
Wasserbezugsort war der Rheindorfergraben die Kirch- u. die Rheindorferspritze waren bei der Brücke im Grüth aufgestellt von wo aus direkte Schlauchlinien zum Brande geführt wurden.
Die Feuerwehr war in einer Stärke von 85 Mann ausgerückt, welche noch von 22 Mann Zivil unterstützt wurden.
Der Abbrändler war in der Tiroler Assekuranz versichert, erleidet aber trotzdem noch ganz beträchtlichen Schaden.
Auszug aus der Originalabschrift der Chronik von Gebhard Fitz Hauptmann
Am 11.12. Abends ½ 8 Uhr
Brand des Hauses des Gebh Ledergerber Bahnhofstraße Nr. 9
Es wurde durch Hilferufe, Glocken u. Hornsignale alarmirt. Feuer entstand aus unbekanter Ursache im Stadel u. verbreitete sich rasch über das ganze Haus.
Es wurde mit sämtlichen Geräten aufgefahren, die beiden Saugspritzen am Rheindorferkanal auf der Brücke (Grüttstraße) plazirt u. mit 2 Leitungen direckt gearbeitet.
Der Brand war bald lokalisirt doch die Abräumungsarbeiten u. Abdämpfungs Arbeiten dauerten bis ½ 12 Uhr, da zimlich viel Heu u. Streue abzuräumen war.
Um ½ 12 Uhr wurde der Verein nach Ausbezahlung v. 4 Stunden entlaßn, u. eine Wache v.
8 Mann zurückgelaßen.
Gebh. Fitz