Die 1. Goldmedaille für die Feuerwehr Lustenau
Die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Lustenau konnte sich nach 2 mißlungenen Versuchen 1984 in Thüringen und 1988 in Bludesch endlich am 4.7.1992 in Lingenau zur Teilnahme an den internationalen Feuerwehrwettkämpfen qualifizieren.
Die Vorbereitung auf diese Aufgabe sollte sich in 3 Schwerpunkte gliedern:
- Körperliches Training
Konditions- und Lauftraining unter fachkundiger Anleitung eines erfahrenen Leichtathletik-Trainers in Form von Zirkel-, Kraft- und Lauftraining. Hier wurden Vater und Sohn Härle engagiert.
- Technisches Training
Weiterführung des Trainings für den eigentlichen Löschangriff sowie den Hindernis-Staffellauf.
- Mentale Vorbereitung
Unter Anleitung einer Kapazität auf diesem Gebiet sollen die Mitglieder der Gruppe in die Lage versetzt werden, ihre maximal mögliche körperliche Leistung und Konzentration am Wettkampftag zu erbringen. Für diese Tätigkeiten waren Prof. Dr. Barolin und Dr. Kaufmann vom Landesnervenkrankenhaus zuständig.
Der Wettkampf in Berlin
Heute war der Tag, auf den wir uns vorbereitet hatten. Alle waren wohlauf, die Stimmung war gut und alle waren körperlich fit. Hollenstein Werner wurde als "Spion" ausgesandt, um die Antretezeit immer wieder zu überwachen, damit wir uns nicht zu früh aufwärmten und dann womöglich 30 Minuten mitten im großen Wirbel warten mußten. Von unseren Begleitern waren wir völlig abgeschirmt auf uns alleine gestellt.
Langsam kam die Zeit, in der wir uns von allen störenden Gedanken befreien mußten und unsere Konzentration auf den Wettkampf lenkten. Das Aufwärmtraining begann, und damit der Abschnitt des Wettkampfes.
Der Einmarsch - Eine nahezu volle Tribühne, viele gespannte Gesichter und irgendwo auf dem Rasen auf Bahn 5 unsere Gruppe.
Die Übung selbst lief sehr gut, wenn auch hier und dort noch kleine Verbesserungen möglich gewesen wären. Aber dies galt wahrscheinlich für alle 123 Gruppen.
Als uns das Ergebnis bekanntgegeben wurde, jubelten wir nicht schlecht: 38.7 sec. fehlerfrei
Uns allen war klar, daß es nur über eine fehlerfreie Übung möglich war, eine Goldmedaille zu erringen. Die erste Hürde hatten wir also hinter uns gebracht.
Jetzt kam ein weiterer wichtiger Teil, der Staffellauf auf uns zu. Der Kurs in Richtung Goldmedaille stimmte, aber das Ziel war noch nicht erreicht. Erst nach beiden Disziplinen wird abgerechnet.
Unser Bundestrainer Helmut Ratzenböck kümmerte sich in diesen Minuten zwischen Löschangriff und Staffellauf in vorbildlicher Weise um uns. Wir schalteten total ab, mußten die gute Übung von eben nochmals vergessen und uns auf einen Staffellauf konzentrieren.
Neben uns lief eine Gruppe aus Polen, die uns um einige Meter "abhängte". Mit unserer Zeit von 62,9 sec waren wir zufrieden. Einige Aufregung kam erst auf, als eine falsche Übergabe angezeigt wurde (5 Strafsekunden) und lange nicht klar war, daß dies für die Polen-Gruppe galt.
Nach dem Staffellauf ging alles sehr rasch. Zusammenrechnen - 418.4 Punkte - vor 4 Jahren 420 Punkte für den Sieger - das muß eine sichere Goldmedaille sein!!
Das Jahr 1993 wird wohl in die Geschichte der Feuerwehr Lustenau als erfolgreichstes Jahr im Bezug auf Feuerwehrwettkämpfe eingehen. LFI Willi Gorbach bestätigte uns beim Empfang in der Landesfeuerwehrschule sogar die Einzigartikeit der Leistungen landesweit:
Nie war es bisher einer Gruppe gelungen, in einem Jahr diese Leistungen zu erbringen:
1. Rang in Silber Gästeklasse in Tirol, Pokal
1. Rang CTIF Gästeklasse in Fellbach, Goldmedaille, Pokal
1. Rang in Bronze Gästeklasse Burgenland, Pokal
1. Rang in Silber in Vorarlberg, Pokal, Goldener Helm
5. Rang CTIF in Berlin, Goldmedaille
Am Ende meiner Ausführungen möchte ich einige Zeilen aus Toni Innauers Buch
"Der kritische Punkt" zitieren; Innauer war in vielerlei Hinsicht mein Vorbild, wenn auch die "Sportarten" sehr unterschiedlich waren:
Je näher der Moment der Entscheidung rückt, desto wichtiger werden die mentalen Fähigkeiten und Tricks, die du dir in der Vorbereitung einverleibt hast.
Alles passiert ganz von allein. Das Programm der perfekten Bewegung ist durch jahrelanges Training im Kleinhirn gespeichert und wird wie auf Knopfdruck abgerufen. "
In diesem Jahr hat unsere Wettkampfgruppe schöne Erfolge erzielen können. Der Einsatz an Zeit und auch finanziellen Mitteln war enorm und ist mit ca. 175 Übungseinheiten à 2 Stunden und ca. 200.000,- zu beziffern. Als wesentliche Punkte, die zum Erfolg geführt haben, möchte ich folgende nennen:
- sehr gute Kameradschaft in der Gruppe
- ausgezeichnete mentale Einstellung jedes einzelnen
- gewissenhafte Vorbereitung in körperlicher Hinsicht
- Augenmerk auf fehlerfreies Arbeiten
- ein gewisses Quäntchen Glück, das jede Gruppe braucht
Die Gruppenmitglieder
Alfare Martin, GKdt.
Hollenstein Dietmar, GKStv
Alge Franz
Hofer Günter
Hofer Martin
Hollenstein Werner
Kammerer Christian
Kathrein Timo
Rauch Kurt
Schwärzler Jürgen
Martin Alfare, Gruppenkommandant